„Lokal denken – aber den Blick fürs Ganze haben“

Dr. Axel Sondermann im Interview

Dr. Axel Sondermann, Regionalleiter Süd-West

Herr Dr. Sondermann, vor einem knappen halben Jahr haben Sie die Verantwortung für die Veolia-Verkehr-Region Süd-West übernommen – was haben Sie geändert?
Im Süd-Westen Deutschlands befinden sich 22 Standorte von insgesamt acht Tochterunternehmen von Veolia Verkehr. Hier arbeiten rund 1.300 Mitarbeiter, sind tagtäglich über 570 Fahrzeuge im Einsatz. In den ersten Wochen und Monaten war daher erst einmal Bestandsaufnahme angesagt. Ich muss nicht alles ändern, wir sind hier sehr gut aufgestellt. Und doch gibt es einige Bereiche, wo wir das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben.

Und zwar?
Wir haben uns vorgenommen, noch viel enger als Team zusammenzuarbeiten und die Beziehungen mit den angrenzenden Veolia-Verkehr-Regionen zu stärken. Jeweils zwei der acht Unternehmen werden in Geschäftseinheiten und einheitlicher Führung entwickelt. Heißt: Wir müssen verstärkt uns und natürlich auch unseren Partnern deutlich machen, dass alle Standorte und Tochterunternehmen Teil von Veolia Verkehr sind und somit hieran partizipieren können. Unsere Betriebe sind sehr dezentral organisiert, doch können untereinander gut zusammenspielen und sich unterstützen.

Und das passiert aktuell noch nicht?
Doch! Wir haben da bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel gibt es in unserer Region einen Technikleiter, der den Fahrzeugeinkauf für alle Unternehmen abwickelt. Unter seiner Federführung werden auch Standards für die zu beschaff enden Busmodelle für ganz Veolia Verkehr entwickelt.

Welche anderen Beispiele für Kooperationen sind aus Ihrer Sicht erwähnenswert?
Am gemeinsamen Standort der WEG (SPNV) und der OVR (Bus) in Waiblingen wurde eine zentrale Zugleitung zur Steuerung der 80 km langen Infrastruktur aller vier Bahnen, die rund 5 Mio. Fahrgäste pro Jahr befördert, eingerichtet. Die Stadtbusgesellschaft SVP hat bereits vor langer Zeit innovative Personalkonzepte und einen Fahrassistenzdienst im Netz eingeführt. Diese Erfahrung kann sich unsere im Ausschreibungswettbewerb gewachsene Gesellschaft Alpina zunutze machen. Im Rhein-Neckar-Raum konnten wir in Sinsheim zwei Ausschreibungen für uns entscheiden, weil mehrere Gesellschaften aus der Region die erfolgreiche Palatina bei Planung, Inbetriebnahme und im Bereich Werkstatt unterstützen. In Rheinland-Pfalz haben wir Berührungspunkte mit dem Geschäft der Transdev-Gruppe: Wir arbeiten bereits an der Zusammenlegung eines Betriebsstandortes.

Als Regionalleiter sind Sie dafür verantwortlich, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren …
Stimmt. Ich habe ein sehr gutes Team, das übergreifend miteinander arbeitet. Einige Geschäftsführer sind z. B. gleichzeitig auch Aufsichtsräte von Schwesterunternehmen. Dieser nahe und intensive Austausch trägt ortspezifi sche Innovationen schnell weiter. Diese bewährte Zusammenarbeit möchten wir intensivieren, um unsere Dienstleistungen immer weiter zu verbessern.

 

Interview erschien in nah dran! 1/2011


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